METZINGEN. Kaum ein Durchkommen war in der Schalterhalle der Volksbank Metzingen. Dicht gedrängt standen die Preisträger – teilweise mit Begleitung. Zum 33. Mal wurden die besten weiblichen und männlichen Handwerksgesellen geehrt. Eine lange Tradition, die 1993 ihren Ursprung nahm. »Bei der Arbeit des Handwerks, da sieht man was, da geht was, anders als bei den Kaufleuten«, meinte Volksbank-Vorstand Michael Stadelmaier lachend. Nicht vergessen werden dürfe trotz der vielen Arbeit im Handwerk die Büroarbeit.
»700 junge Handwerker und Handwerkerinnen haben 2025 ihre Prüfung abgelegt, über 90 Prozent haben bestanden, bei der Sommerprüfung waren es 94 Prozent, das ist ein neuer Rekord«, betonte Stadelmaier. Die Prüfungsleistungen in der Region waren seinen Worten zufolge sehr gut, die Noten der Geehrten lagen zwischen 1,3 und 2,4. Der Bank-Vorstand drückte seine Hoffnung aus, dass wie in den Jahren zuvor einige der Preisträger auch auf den nächste Stufen – europaweit oder gar weltweit – erfolgreich seien.
Mit kritischem Blick bewertete Stadelmaier die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage: »Angesichts der Trump’schen Zollpolitik und der geopolitischen Krisen schwächelten die drei Schwerpunktmärkte des Landes: der Automobilbau, die Chemieindustrie und der Maschinenbau.« Das Handwerk zeige sich Gott sei Dank robuster. Allerdings werde die Krise das Handwerk mit zeitlicher Verzögerung ebenfalls erreichen. Für Stadelmaier ist das Handwerk dennoch absolut zukunftsfähig, es treibe den technologischen Wandel mit voran, die Zahl der Ausbildungsverhältnisse sei leicht gestiegen, Fachkräfte gesucht. »In keinem anderen Wirtschaftszweig gibt es so gute Möglichkeiten, den Weg in die Selbstständigkeit zu finden oder in leitende Positionen aufzusteigen«, so Stadelmaier »und wir helfen dabei. Bleiben sie dem Handwerk treu, denn es hat eine goldene Zukunft«, schloss er seine Rede.
Erfolgreiche Gesellenprüfungen
Danach übernahmen Kreishandwerkermeister Steffen Mohl und Ewald Heinzelmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkermannschaft, das Zepter und ehrten die 40 Preisträger. Die Auszeichnung bestand aus Geldpreisen im Wert von jeweils 250 Euro, die an die 40 Prüfungsbesten der verschiedenen Innungen der Kreishandwerkerschaft Reutlingen vergeben wurden, die erfolgreich ihre Gesellenprüfung abgelegt hatten. Um diesen besonderen Förderpreis zu erhalten, mussten die Preisträger eine Mindestgesamtnote von 2,4 vorweisen können. Eine unabhängige Kommission, bestehend aus Vertretern der Volks- und Raiffeisenbanken sowie der Kreishandwerkerschaft, traf die Auswahl der Preisträger.
Geehrt wurden zwölf Preisträger aus dem Bau- und Ausbaugewerbe, 16 aus dem Elektro- und Metallgewerbe, drei aus dem Holzgewerbe, zwei aus dem Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe, fünf aus dem Nahrungsmittelgewerbe sowie zwei aus sonstigen Gewerben. (ber)


