BAD URACH. Baustellenlärm dringt auf dem Weg ans Ohr. Vorbei an noch brachliegenden Flächen führt der Weg nach hinten, tief in den Kurpark hinein zum Musikpavillon, der erkennbar seine besten Tage hinter sich hat. Die Umbauarbeiten für die Gartenschau in der Kurstadt im Jahr 2027 werfen ihre Schatten voraus.
Am Montagnachmittag wurde als weiterer Schritt offiziell der musikalische Abgesang eingeläutet: Das Duo »Acoustic Storm« mit dem Ammerbucher Jürgen Sturm an der Gitarre und seiner Partnerin »Mary Jane« spielten Rockklassiker für die Besucher, die sich nebenbei bei Würstchen und Glühwein stärken konnten.
Bad Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann rief die alten Zeiten des Pavillons mit unzähligen Konzerten in Erinnerung, wie das letzte Konzert des Musikvereins vor zwei Wochen.
An gleicher Stelle soll laut Rebmann bis zum Start der Gartenschau im Mai 2027 das neue Gebäude entstehen. Dafür habe der Gemeinderat vier Architekturbüros beauftragt, Pläne zu entwerfen. Den Sieg trug das Schelklinger Architekturbüro Selbmann hervor.
50 Leute auf der Bühne
Ellipsenförmig, getragen von Stahlstützen mit einer Holzdachkonstruktion, soll sich der Pavillon ins Gelände einfügen. Die Bühne werde bis zu 50 Aktiven Platz bieten, rund 300 Zuhörer finden Platz vor ihr.
Eine Künstlergarderobe sei integriert, ebenso wie die lange vermisste öffentliche Toilette im Kurpark, die auch für Schwerbehinderte zugänglich sein wird, wie Bürgermeister Rebmann anfügte. Für ihn ist der Musikpavillon ein Meilenstein im Rahmen der Umgestaltung des Kurparks hin zur Gartenschau in zwei Jahren. Rund 24 Millionen Euro werden hierfür investiert, 14 bis 15 Millionen Euro kommen aus Fördermitteln des Landes und des Bundes, so Rebmann.
Der Eigenanteil der Stadt liege bei rund neuneinhalb Millionen Euro. »Wir frischen den Kurpark auf, es ist eine gute Investition in die Zukunft«, betonte der Bürgermeister. »Wir sind die erste Stadt, die im Biosphärengebiet eine Gartenschau abhalten wird.« Sein Dank galt in diesem Zusammenhang der Bruderhaus- Diakonie mit der Bioland-Bleiche, mit der gut kooperiert werde.
Rebmann vergaß nicht zu erwähnen, dass es ohne die Gartenschau nicht möglich gewesen wäre, den Stadteingang Richtung Dettingen oder die Innenstadt umzugestalten und die Verkehrsprobleme zu lösen. Der neu gestaltete Kurpark soll, spätestens zur Eröffnung im Mai übernächsten Jahres, nicht nur den bis Oktober 2027 hoffentlich zahlreichen Besuchern zugänglich sein, sondern auch Patienten der Kurklinik, Besuchern, jungen Menschen oder Familien als Naherholungsplatz dienen. Dafür wird nach den Worten des Bürgermeisters auch das Ermsufer umgestaltet.
Führungen schaffen Überblick
Die Bad Uracher Bürger können sich bis zur Eröffnung regelmäßig bei Führungen einen Überblick über die Fortschritte auf der Gartenschau-Baustelle machen. Der Anfang wurde in der Pause zwischen dem Auftritt von »Acoustic Storm« ge-macht. (ber)


