METZINGEN. Cem Özdemir wurde am Freitagabend in der Metzinger Festkelter regelrecht gefeiert: Nach jeder Antwort auf die zahlreichen Fragen erhielt er viel Applaus. Als Vollblutpolitiker trat der gebürtige Bad Uracher auf die Bühne, die Rolle des potenziell künftigen Landesvaters hat er bereits sehr überzeugend drauf – souverän im Auftreten, integer in seinen Ausführungen, keine Frage ließ er unbeantwortet.
Doch eigentlich war es ja die gemeinsame Wahlkampfveranstaltung von Thomas Poreski (Wahlkreis Reutlingen) und von Cindy Holmberg – die für den Wahlkreis Hechingen/Münsingen für die Grünen bei der Landtagswahl am 8. März antritt. Beide sind schon im Landesparlament vertreten und somit auch Teil der bisherigen baden-württembergischen Regierung.
»Wir Grünen haben Baden-Württemberg verändert«, betonte Holmberg am Freitagabend als erste Rednerin in der proppenvollen Festkelter. »Wir zeigen Stabilität in wirklich bewegten Zeiten«, so die 50-Jährige, die in Metzingen aufwuchs. Nur wenige Sitzplätze waren bei der Wahlkampfveranstaltung vor der Bühne aufgereiht, der ganz große Teil der fast 400 Interessierten musste stehen. Der Stimmung in der Kelter tat das jedoch keinen Abbruch, offensichtlich freuten sich viele der Anwesenden, Özdemir persönlich zu erleben.
»Wir brauchen keine Scheinlösungen aus einer vermeintlich guten Vergangenheit«, sagte Thomas Poreski in seiner Rede. »Wir brauchen keine Scheinlösungen aus einer vermeintlich guten Vergangenheit, sondern mehr Sicherheit für die Zukunft durch Wandel.« Die Forderung des 62-Jährigen: »Wir brauchen Cem Özdemir als Ministerpräsidenten.«


