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Kernstadt und Ortsteile von Münsingen erhalten Prädikat »Erholungsort«

Radler und Wanderer wissen es schon lang: Münsingen und das Lautertal sind ideal zum Relaxen. Regierungspräsident Klaus Tappeser hat sie jetzt als »Erholungsort« ausgezeichnet. Das Prädikat bringt Vorteile für den Tourismus.

Regierungspräsident Klaus Tappeser (Mitte) überreichte Bürgermeister Mike Münzing (links) und Hans-Peter Engelhart, Leiter der T
Regierungspräsident Klaus Tappeser (Mitte) überreichte Bürgermeister Mike Münzing (links) und Hans-Peter Engelhart, Leiter der Touristik Information, die Urkunde zur Auszeichnung als »Erholungsort«. Foto: Maria Bloching
Regierungspräsident Klaus Tappeser (Mitte) überreichte Bürgermeister Mike Münzing (links) und Hans-Peter Engelhart, Leiter der Touristik Information, die Urkunde zur Auszeichnung als »Erholungsort«.
Foto: Maria Bloching

MÜNSINGEN. Wie kaum eine andere Region haben sich die gesamte Schwäbische Alb und insbesondere die Stadt Münsingen kontinuierlich zu einer Tourismus-Hochburg entwickelt. Grund dafür sind unermüdliche Bemühungen seitens der Touristik Information der Stadtverwaltung, aber auch der gesamten Bürgerschaft und unterschiedlicher Betriebszweige, sodass das Stadtgebiet zu einem äußerst gut besuchten E-Bike-Mekka und einem traumhaften Wanderparadies werden konnte. Im Jahr 2009, als Münsingen zum Zentrum des von der Unesco neu ausgewiesenen Biosphärengebiets Schwäbische Alb wurde, zählte man 30.000 Übernachtungen. Im vergangenen Jahr waren es 93.356, die Zahl hat sich laut Hans-Peter Engelhart, Leiter der Touristik Information, also mehr als verdreifacht. »Wir profitieren davon, dass wir das Biosphärengebiet implementiert und auf einen naturnahen und nachhaltigen Tourismus gesetzt haben«, sagte er in der Gemeinderatssitzung.

Insbesondere bei der Verweildauer hat sich viel getan, inzwischen liegt sie bei durchschnittlich vier Tagen. Diese »überdurchschnittliche« Steigerung sei im Wesentlichen auf Marketingmaßnahmen, die vielen touristischen Angebote und Produkte zurückzuführen. »Naherholung und Urlaub im Ländle stehen hoch im Kurs«, so Engelhart. Das zeige sich insbesondere an der finanziellen Wertschöpfung, zu der auch rund 700.000 Tagesreisen enorm beitragen. Engelhart geht davon aus, dass allein die Tagesgäste im vergangenen Jahr 20 Millionen Euro nach Münsingen gebracht haben, 17,5 Millionen Euro sind durch Übernachtungsgäste in die Region geflossen. Direkte Profiteure des Tourismus sind mit 9,7 Millionen Euro das Gastgewerbe, der Einzelhandel mit 22,5 Millionen Euro und Dienstleistungen mit 5,9 Millionen Euro. »Bei uns läuft was und das wird überregional wahrgenommen.«

Münsingen hat in den vergangenen Jahren fleißig die Werbetrommel gerührt, so etwa mit seiner Präsenz im Internet, auf Social Media, im digitalen Gästeführer »Zeig.Mal«, in der landesweiten Datenbank »mein.toubiz«, bei Outdooractive und Komoot, in der Webcam mit Ausstrahlung auf ARD-alpha und mit der AlbCard. Schon mehrfach zertifiziert und rezertifiziert, kann sich der Tourismus zahlreiche Prädikate anheften. Die sorgen für Aufmerksamkeit. Groß ist also nun die Freude, dass es jetzt endlich - nach mehreren Anläufen in den zurückliegenden Jahrzehnten - gelungen ist, die Auszeichnung als »Erholungsort« zu erhalten.

Im Mai dieses Jahres war Regierungspräsident Klaus Tappeser mit einem Fachausschuss in der Gesamtstadt zur Ortsbesichtigung unterwegs. Die dabei vorgestellte touristische Infrastruktur konnte beeindrucken und überzeugen. Allerdings sind nicht alle 14 Stadtteile Erholungsgebiete. Nur die Kernstadt Münsingen mit Auingen, sowie die Lautertalgemeinden Buttenhausen, Hundersingen, Bichishausen und Gundelfingen erfüllten die relativ strengen Kriterien. Tappeser sprach von einem »tollen Spannungsfeld«, mit einerseits dem fast urbanen Münsinger Kern als kleinem charmanten Städtchen mit architektonischen Akzenten und andererseits dem naturnahen Lautertal mit unzähligen Rückzugsmöglichkeiten. »Für alle Wünsche gibt es die passenden Antworten«, lobte Tappeser. Münsingen sei »auszeichnungswürdig« und trage wesentlich zum großen Ziel bei, dass die Schwäbische Alb mit Bodensee und Schwarzwald gleichziehe und zu einer Tourismusdestination werde.

»Tourismus kann aber nur funktionieren, wenn die eigenen Bürger ihre Stadt lieben.« Und in erster Linie würde die Bevölkerung selbst davon profitieren: »Wenn der Tourismus läuft, laufen auch die Geschäfte.« Die Auszeichnung »Erholungsort« ist aber viel mehr, als nur ein schmückendes Beiwerk. Sie bietet Münsingen die Möglichkeit, an Förderungen aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus in Baden-Württemberg zu kommen. Gefördert werden »ausschließlich kommunale Einrichtungen, bei denen eine überwiegend touristische Nutzung vorliegt« mit bis zu 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Für Bürgermeister Mike Münzing ist diese Auszeichnung die Anerkennung der vor Ort erbrachten Leistungen. »Wir tun dies nicht 'der Fremden wegen', sondern vor allem für uns selbst. Die ersten Nutzer unserer Infrastruktureinrichtungen, wie etwa Rad- und Wanderwege, sind unsere Bürger.« (GEA)