EVENTS

Logo
Aktuell Musik

Konzert des Liederkranz Pfullingen: Melodienstrauß zwischen Klassik und Moderne

Der Liederkranz Pfullingen stimmt in der Martinskirche auf Weihnachten ein. Spenden wurden gesammelt.

Der Liederkranz Pfullingen in der Martinskirche.  FOTO: RUOF
Der Liederkranz Pfullingen in der Martinskirche. FOTO: RUOF
Der Liederkranz Pfullingen in der Martinskirche. FOTO: RUOF

PFULLINGEN. Jeden Tag öffnet sich am Adventskalender ein Türchen und jeden Tag geht auch in der Vorweihnachtszeit in Pfullingen eine Türe auf, sagte Pfarrerin Iris Wigger. Am Sonntagabend dem zweiten Advent waren es die Türen der Martinskirche. Für 90 Minuten versetzten die Akteure des Liederkranzes Pfullingen die Menschen in der vollbesetzten Kirche mit einem musikalischen Strauß zwischen Klassik und Moderne in Weihnachtsstimmung und animierten zum gemeinsamen Singen.

Den gesangliche Reigen eröffnete der gemischte Chor mit »Der Herr ist mein Hirt« und »Freut euch liebe Christen«. Iris Wigger sagte in ihrem Grußwort: »Wir freuen uns, dass Gott uns ganz nahe kommt, und er uns in der dunkelsten Nacht des Jahres den Weg zeigt.«

Ein besonderer Glanzpunkt folgte direkt danach. Der Mandolinist Thomas Gaugele spielte zusammen mit dem Organisten Mario Kay Ocker an der Truhenorgel Ludwig van Beethoven sonatine c-moll. Der Pfullinger Männerchor intonierte drei Lieder: »Der Heiland ist geboren«, »O Isis und Osiris« aus der Zauberflöte und »Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit« zum Abschluss.

Der Klassiker unter den Weihnachtsliedern durfte natürlich nicht fehlen: Die Gemeinde sang unter der Begleitung von Organist Siegfried Klöpfer: »Macht hoch die Tür, die Tor macht weit …« Mit diesem in Ostpreußen entstandenen Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert mit dem Text von Pfarrer Georg Weissel (1590–1635) hat es eine besondere Bewandtnis. Eine weit verbreitete Legende bringt das Lied mit einem Herrn Sturgis zusammen, der einen Weg zur Kirche, der vom Armenhaus über sein Grundstück führte, abgesperrt haben und von Weissel durch das Singen dieses Liedes dazu bewogen worden sein soll, die verschlossene Pforte wieder zu öffnen.

Ganz besondere Geschichte

Von der Verheißung der Geburt Jesu aus dem Lukasevangelium erzählte Pfarrerin Iris Wigger: Wie im sechsten Monat der Engel Gabriel zu einer Jungfrau nach Nazareth geschickt wurde, die mit einem Mann namens Josef verlobt war. Gabriel sagte: »Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.« Maria sagte zu dem Engel: »Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?« Der Engel antwortete ihr: »Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.«

Nach einem weiteren Intermezzo durch das Duo Gaugele/Ocker mit Beethovens Adagio Es-Dur und Vivaldis Largo sowie drei Liedern des Frauenchors: »Zu Bethlehem geboren«, »Auf, auf, ihr Hirten alle« und »Es blühen die Maien« las Iris Wigger Selma Lagerlöfs Weihnachtsgeschichte »Die Heilige Nacht«, die von einem fünfjährigen Mädchen erzählt, deren geliebte Großmutter verstorben ist. Zurück bleiben die Erinnerungen an sie und eine ganz besondere Geschichte.

Und die handelte von einem Mann, der in die dunkle Nacht hinausging, Feuer zu leihen. Aber überall wo er klopfte und sagte: »Mein Weib hat eben ein Kindlein geboren, und ich muss Feuer anzünden, um es und den Kleinen zu erwärmen.« Doch niemand öffnete. Endlich erblickte er in weiter Ferne einen Feuerschein. An diesem Feuer saßen ein mürrischer alter Hirt mit seinen Hunden und Schafen, doch die Hunde blieben friedlich, der Mann konnte über die Schafe steigen, die Lanze des Hirten traf ihn nicht – Wunder auf Wunder geschah und auch das Herz des harten Hirten öffnete sich. Und ein dichter Kreis von kleinen, silberbeflügelten Englein stand um den Hirten herum. Und jedes von ihnen hielt ein Saitenspiel in der Hand, und alle sangen sie mit lauter Stimme, dass in dieser Nacht der Heiland geboren wäre, der die Welt von ihren Sünden erlösen solle.

Spende für die Orgel

An diesem Punkt legte die Großmutter ihre Hand auf den Kopf des Mädchen und sagte: »Dies sollst du dir merken, denn es ist so wahr, wie dass ich dich sehe und du mich siehst. Nicht auf Lichter und Lampen kommt es an, und es liegt nicht an Mond und Sonne, sondern was Not tut, ist, dass wir Augen haben, die Gottes Herrlichkeit sehen können.«

Das Ensemble "ffortissimo" mit "Lean on me", Herbei oh ihr Gläub’gen" und "Here I am, Lord" sorgte für einen modernen Touch dieses Adventskonzerts ehe alle Chöre "Brich an du schönes Morgenlicht" anstimmten und Pfarrerin Wigger im Schlussgebet darauf hinwies, dass die Spende für die Orgel der Martinskirche verwendet wird, die dringend restauriert werden muss. (GEA)