PLIEZHAUSEN. Die Gemeinde Pliezhausen setzt auch bei einem neuen Vertrag ab Januar 2027 auf Ökostrom. Das haben die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung so einstimmig beschlossen. Und ebenso, dass sich die Gemeinde an einer Bündelausschreibung mit vielen anderen Kommunen beteiligt, um einen günstigen Stromanbieter für die nächsten drei Jahre zu finden. Die Gemeinde hat 110 Stromverbrauchsstellen, für die der Vertrag Ende dieses Jahres ausläuft.
Die Gt-service Dienstleistungsgesellschaft als Tochterfirma des Gemeindetags Baden-Württemberg hat der Verwaltung von Pliezhausen angeboten, dass sie sich an deren Bündelausschreibung beteiligen kann. »Die Stromlieferung wird nach den Vorgaben der Vergabeordnung europaweit ausgeschrieben«, heißt es dazu im Sitzungspapier, über das die Gemeinderäte abstimmten. Dabei werde kein fester Preis für die gesamte Vertragslaufzeit vereinbart, sondern auf der Grundlage von Preisindizes an mehreren Stichtagen gebildet. »Dadurch soll insbesondere das Risiko vermindert werden, dass die Preisbildung an einem einzigen Stichtag in einem möglicherweise ungünstigen Marktumfeld preisbestimmend für den gesamten dreijährigen Lieferzeitraum ist«, heißt es.
Wie aus einem Sitzungspapier zum selben Thema von 2016 hervorgeht, verbrauchte die Gemeinde damals in allen kommunalen Einrichtungen 1.350.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. In der Vergangenheit sei der Verbrauch im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre um mehr als 200.000 Kilowattstunden gesenkt worden. Allein die LED-Umrüstung habe zu 100.000 Kilowattstunden weniger geführt. Den meisten Verbrauch hatte mit etwa 250.000 Kilowattstunden damals die gemeindeeigene Kläranlage in Rübgarten, die inzwischen aber nicht mehr betrieben wird. Stattdessen ist der Ortsteil an die Kläranlage Reutlingen-Nord angeschlossen worden. In diesem Monat gibt es dazu noch einen offiziellen Festakt.
Alte Kläranlage hat viel Strom verbraucht
Brigitte Rapp, die Ortsvorsteherin von Rübgarten und CDU-Rätin, fragte, wie sich die Stromkosten durch das Betriebsende der Kläranlage verringern würden. Stefan Adam, der Leiter der Pliezhäuser Haupt- und Bauverwaltung, antwortete, dass die Pumpwerke für den Transport des Abwassers zur Reutlinger Kläranlage die »Einsparungen auffressen«. Der Kämmerer Markus Hillenbrand merkte an, dass der Verbrauch unter dem Strich vermutlich geringer sein würde. Heiko Kern (UWV) fragte nach dem aktuellen Stromverbrauch in Kilowattstunden und wie viel Geld dafür nötig ist. Stefan Adam sagte: »Der bisherige Verbrauch minus den der Kläranlage plus die der Pumpwerke.« (GEA)


