METZINGEN-NEUHAUSEN. »So ein Spatenstich ist immer ein besonderer Moment«, hat Metzingens Oberbürgermeisterin Carmen Haberstroh am Montagmittag betont im Beisein der gesamten Verwaltungsspitze, des Grafenberger Planungsbüros Sigmund und der Reutlinger Firma Garten Moser bei frühlingshaften Temperaturen auf dem Sportplatz Kies in Neuhausen.
»Der Impuls kam aus dem Verein. Er ist an den Ortschafts- und den Gemeinderat herangetreten mit der Bitte um ein zweites Spielfeld.« Die Gründe sind naheliegend: Die Jugendarbeit des FC Neuhausen 80 trägt immense Früchte. Rund 250 Kinder trainieren im Verein – auch eine Mädchenfußballmannschaft gehört dazu. Mit dem stetigen Wachstum, so die Oberbürgermeisterin, steigt natürlich der Bedarf, etwa für eine zusätzliche Umkleidekabine.
»Sie leisten eine tolle Jugendarbeit«, sagte Haberstroh an die Verantwortlichen des FC Neuhausen 80 gerichtet. Und wer sich in einem Teamsport wie Fußball bewährt, kann sich im späteren Berufsleben gut in Teams einbringen: »Das beobachten wir auch in der Verwaltung.« Vom Sport lernen lautet die Devise.
Um das Projekt zu einem guten Ende zu bringen, hat man laut Haberstroh Experten engagiert: Für die Planung das Büro Sigmund und für die Umsetzung die auf Sportanlagen spezialisierte Reutlinger Firma Garten Moser. Sie dankte vor allem den Vereinsmitgliedern des FC 80, die sich schon engagiert im der Planungsphase eingebracht hätten. »Dies war für uns von enormem Wert.« Schließlich ist das Projekt nicht ganz billig. »750.000 Euro investieren wir in Gelände und Gebäude. Aber es ist gut angelegt, denn es dient der Chancengleichheit, der Nachwuchsförderung – also der Zukunft.«
Eine Investition von 750.000 Euro
Der Neuhauser Ortsvorsteher Günter Hau blickte 20 Jahre zurück, als auf einem ehemaligen Acker der Rasenplatz entstand: "Das war der Auslöser für das, was wir jetzt haben", so Hau. "Wenn ich sehe, wie viele Junge hier rumspringen, dann weiß ich, dass wir alles richtig machen. Er betonte zudem, dass der Platz nicht nur dem FC Neuhausen 80 zur Verfügung stehe, sondern von Schülern der Uhlandschule zum Spielen genutzt werde. Besonders freue ihn die eigene Mädchenfußballmannschaft des Vereins: "Darauf bin ich stolz."
Der Planer Jörg Sigmund blickte zurück ins Jahr 2010 als der Rasenplatz eingeweiht wurde und Landrat Dr. Ulrich Fiedler noch Metzingens Oberbürgermeister war. Er freue sich, dass sein Büro nun auch die Erweiterung betreuen dürfe.
Dazu müssten allerdings einige Veränderungen vorgenommen werden: Die tieferliegende Wiese, auf der der Kunstrasenplatz gebaut werden soll, wird um 15 Zentimeter angehoben, der Zwischenzaun entfällt. Der Lärmschutzwall und die -wand müssen teils versetzt werden, um dem Spielfeld Platz zu schaffen. Darüber hinaus sind zwei zusätzliche Umkleidekabinen angedacht. Und für die Erwachsenen wird es eine Zuschauertribüne geben. Wenn das Wetter mitmacht, soll laut Sigmund der mit Sand und Kork verfüllte Kunstrasenplatz Mitte nächsten Jahres fertig sein.
Dietmar Walcher, der Vorsitzende des FC Neuhausen 80, die 80 steht für das Gründungsjahr 1980, freute sich, dass der Verein mit seinen über 500 Mitgliedern, davon mehr als 200 Kinder und Jugendliche, nun diesen zweiten Platz erhält.
»Wir hatten nach Corona einen ungeheuren Zulauf«, erinnerte sich der Vereinsvorsitzende. Das schlägt sich nieder: »Wir haben eine aktive Mannschaft, eine Altherrenmannschaft und zwölf Jugendmannschaften in acht Altersgruppen, davon eine Mädchenfußballmannschaft als Spielgemeinschaft mit Dettingen. 30 ehrenamtliche Trainer sind bei uns im Einsatz«, sagte Walcher.
Zwei Kabinen sind zu wenig
Dass zwei Umkleidekabinen zu wenig sind, leuchtet ein, die Holzhütte mit den Gerätschaften und Trikots bietet zu wenig Raum und wenn, wie so oft, drei Teams gleichzeitig trainieren, ist alles zu eng. Schließlich benötige der Naturplatz Entlastung fügte Walcher an. Abschließend dankte er der Stadt für die reibungslose Zusammenarbeit. 2022 habe man den Antrag gestellt, habe schnelle und positive Rückmeldung erhalten und freue sich nun auf die baldige Fertigstellung. (GEA)


