MÜNSINGEN. »Die Schlagkraft gemeinsam erhöhen.« Darum ging es Münsingens Kulturamtsleiter Yannik Krebs und seinen Mitstreiterinnen im Projekt »Albweitblick«. Zum ersten Mal zeigten vier Kultureinrichtungen jeweils eine eigenständige Ausstellung, jede davon war zugleich Teil des großen Ganzen. Das verbindende Element der vier Ausstellungen, die sechs Wochen lang zu sehen waren: die Natur - vor allem die der Alb - aus verschiedenen Perspektiven betrachten und reflektieren.
Beteiligt waren neben der Stadt Münsingen mit der Zehntscheuer die Galerie der Stiftung Geiselhart in Gundelfingen, das Kunsthaus BT 24 im Albgut in Auingen und das Living Museum der Bruderhaus Diakonie in Buttenhausen. Alle vier ziehen eine positive Bilanz. Als »sehr gelungen und erfolgreich« bezeichnete Edith Koschwitz vom BT 24 das gemeinsame Projekt. »Die beteiligten Künstler ergänzten sich perfekt und unsere Botschaft wurde sehr interessiert aufgenommen«, sagt Koschwitz. »Der Ausstellungstitel war für ein breites Publikum ansprechend, machte neugierig und weckte Interesse.« Ins BT 24 kamen nach ihren Angaben über 800 Besucher im gesamten Zeitraum. Auf der Veranda des BT 24 entstand unter anderem eine Sandskulptur. »Wenn bei ihrem Bau das Wetter besser gewesen wäre, hätten wir sicher noch mehr Besucher gehabt«, meint Koschwitz, die insgesamt sechs Künstlern eine Plattform geboten hatte.
Wiederholung im Zwei-Jahres Rhythmus denkbar
700 Besucher und ein durchweg positives Feedback der Besucher: Auch Sarah Boger vom Living Museum, das Künstler mit und ohne Handicap Raum gibt, ist zufrieden. »Die Zusammenarbeit mit den anderen Kulturorten hat mir und uns viel Freude gemacht. Für unsere Künstlerinnen und Künstler mit Unterstützungsbedarf war es eine wertvolle Erfahrung, auf Augenhöhe mit so vielen etablierten Kunstschaffenden in der Region wahrgenommen zu werden«, berichtet sie. Im Living Museum waren Arbeiten von sechs Künstlern zu sehen.
Mit 608 Besuchern lag die Galerie der Stiftung Geiselhart »innerhalb unserer normalen Besucherzahlen für eine Ausstellung, vielleicht leicht darüber«, informiert Sabine Lang. »Es gab nette Begegnungen und tiefgehende Gespräche.« Die Ausstellung in Gundelfingen wurde nur von einer Künstlerin, Ulrike Donié, gestaltet. Yannik Krebs berichtet von rund 400 Besuchern, die sich die Ausstellung in der Münsinger Zehntscheuer angesehen haben. Die besonderen Räume des historischen Gebäudes waren wie gemacht für die Arbeiten dreier Künstler. Eva Dölker-Heims Bilder, gemalt mit Erdpigmenten, korrespondierten mit Gert Wiedmaiers Naturfotografien, monochrom in Schwarzweiß gehalten, teilweise mit einer Wachsschicht überzogen und in ein mattes Licht getaucht. Dazu passten die ungewöhnlichen Arbeiten von Angela Flaig, die aus winzigen Pflanzensamen grafische Bilder und ganze Skulpturen arrangiert. Aufgrund des großen Erfolgs zieht Yannik Krebs eine erneute Kooperations-Ausstellung in Betracht, vorstellen könnte er sich derartige Projekte im Zwei-Jahres-Rhythmus. (GEA)


